“Hier spricht Mr. Miller aus Californien.” Dies war das Codewort, wenn Stefan Bellof, oder sein Manager, beim Teamchef von Ferrari, Marco Piccini, in Maranello anriefen. Daraufhin fegte Piccini sein Büro leer um ungestört zu telefonieren.

Stefan ist der schnellste Fahrer auf dem Nürburgring, der schwierigsten Rennstrecke der Welt. Als einziger Fahrer erreichte er auf der Nordschleife einen Schnitt von über 200 km/h. Mit 6:25.91 min hält er zudem den Rekord auf der aktuellen, 20,832 km langen Nordschleife. Mit dem Maurer-F2 fuhr Stefan zudem 1982 mit einer 7:06,51 min die zweitschnellste Rennrunde, die je auf der kompletten Nordschleife gefahren wurde. Diese Runde war nur 1/10 sec. langsamer, als die absolute Rekordrunde von Clay Reggazoni im Formel-1-Ferrari.

Stefan spielte begeistert Fußball. Bei einem traditionellem Turnier der Fahrer gegen die Journalisten, das die Fahrer souverän mit 8:1 gewannen, schoß Stefan mehrere Tore und bereitete weitere Tore vor.

Bildquelle: Rallye Racing

Da sich bei diesem Turnier Fahrer verletzten, durfte Stefan auf Weisung von Ken Tyrrell im folgenden Jahr nicht mehr an diesem Turnier teilnehmen.

Stefan Bellof besaß für 1986 bereits einen festen Ferrari-Vertrag. Im Juli 1985 wurde der Vertrag in Monaco perfekt gemacht.

Mit seinem Titel des Langstrecken-Weltmeisters 1984 wurde Stefan der erste deutsche Automobil-Weltmeister auf der Rundstrecke. (Der erste deutsche Automobil-Weltmeister überhaupt war Rallye-Weltmeister Walter Röhrl.)

1984 wurde Stefan Bellof zum ADAC-Sportler des Jahres gewählt. Es wurde aufgezeigt, daß Stefan ein makelloser Sportsmann, und damit ein Vorbild für die Jugend sei. 

Bei seinem Debüt auf dem Werks-Porsche 956 (Silverstone 1983) deklassierte Bellof im Training die aktuellen Porsche-Fahrer (Ickx, Mass und Bell) um über 2 Sekunden!

Stefan Bellof gewann sein erstes F2-Rennen und auch sein erstes Gruppe-C-Rennen. Beide Rennen fanden in Silverstone statt.

Beim 84er Monaco-GP schaffte es Stefan Bellof, als einziger Fahrer mit Saugmotor, sich für das Rennen zu qualifizieren. Dies auf beeindruckende Weise. Dazu die Rallye Racing: “Bellofs Casino-Passagen fanden stets in Form von langgezogenen, wunderschönen Drifts statt und und forderten die Zuschauer mehrfach zu Beifallskundgebungen auf offener Szene heraus.”

Stefan (rechts) überholt Marc Duez und übernimmt die Führung (Bildquelle: Rallye Racing)

1983 fuhr Stefan in Zolder ein Rennen zur Tourenwagen-Europameisterschaft. Im Training lief es nicht gut, der Wagen war unfahrbar. Nachdem im warm up die Hinterachse gewechselt wurde, ging der 635 plötzlich gut. Stefan fuhr innerhalb von 14 Runden von Platz 12 an die Spitze und baute seinen Vorsprung auf 10 Sekunden aus, ehe er mit technischem Defekt ausfiel.