Ken Tyrrell: «Stefan Bellof war zweifellos das grösste deutsche Renntalent der Nachkriegszeit. Ich bin überzeugt, dass seine Erfolge in Deutschland den gleichen Effekt gehabt hätten wie jene von Michael Schumacher heute. Das ist aber auch der einzige Vergleich, den ich anstellen will. Ich kenne Schumacher zu wenig, um ihn mit einem Bellof zu vergleichen. Wir fuhren mit Saugmotoren gegen die versammelte Konkurrenz mit Turbo-Triebwerken. Wir hatten im Schnitt 100 PS weniger als alle anderen Autos. Deshalb waren Stefans Leistungen um so herausragender. Am besten habe ich den Regen-GP von Monaco 1984 in Erinnerung. Monaco ist eine Piste, auf der das Überholen ziemlich schwierig ist. Im strömenden Regen ist es wegen der Gischt so gut wie unmöglich. Dennoch pfeilte Stefan durch das Feld, als würden seine Gegner parken. Er holte auf den führenden Prost und den zweitplazierten Senna schnell auf. Dann wurde abgebrochen. Völlig zu Unrecht, wie ich meine, denn zu diesem Zeitpunkt hatte der Regen nachgelassen.

Was passiert wäre? Senna hätte Prost überholt und Stefan hätte seinerseits Senna eingeholt. Im zweiten Jahr hatte ich mir einen Exklusiv-Vertrag mit ihm anfertigen lassen. Wir wollten mehr testen, da sollte er sich auf die F1 konzentrieren. Aber Stefan lag mir in den Ohren: Bitte lassen Sie mich Porsche fahren. Schliesslich gab ich nach. Das war ein grosser Fehler. Ich hätte nie nachgeben dürfen.»

Angelika Langner (Bellofs Verlobte, lebte sieben Jahre bis zu seinem Tod mit ihm): «Stefan war auf der einen Seite sehr willensstark, auf der anderen Seite war er sehr, sehr sensibel. Er hat unheimlich viel mit den Augen gesprochen, da konnte er tausendmal lachen - ich hab' ihm in die Augen geguckt, dann wußte ich, was los war. Er war sehr zielstrebig, hat seine Zukunft Schritt für Schritt geplant, er war lebenslustig und liebenswürdig. Nach dem Unfall habe ich aus vielen Schreiben erfahren, dass er durch seine Art und Ausstrahlung vielen Menschen, die ihn gar nicht persönlich gekannt haben, etwas gegeben hat. Für ihn war Rennen fahren immer Spass, das war kein Job zum Geldverdienen. Als er dann in die Formel 1 gekommen ist und gesehen hat, dass es mehr oder weniger nur ums Geld ging, war er eigentlich ein wenig traurig. Er ist war damals aber immer auf dem Teppich geblieben, auch wie das mit Ferrari klar wurde. Fahrerisch hatte ich von ihm immer den Eindruck, dass er hundert Prozent gefahren ist. Nur waren seine hundert Prozent halt ein bisschen höher als die der anderen.»
 

Rainer Braun (früher Rennfahrer, heute freier Journalist und als Kommentator der DTM/ITC-Rennen in 3sat bekannt, war für Bellof ein "freundschaftlicher Helfer und Berater"): "Irgendwann stand er vor mir im Büro und hat gesagt, er wolle jetzt Formel - 1 Fahrer werden und der Lechner habe ihm gesagt, ich könne ihm Türen öffnen und Wege ebnen. Wie er so vor mir stand und mich herzhaft anlachte, konnte ich überhaupt nicht nein sagen. Ich hatte Bellof vorher überhaupt noch nicht gekannt. Als Mensch ist mir nur noch ein ähnlicher Typ untergekommen, der Gerhard Berger, und ich bedaure, dass es nicht mehr von dieser Sorte gibt. Die haben so ungeheuer viel gemeinsam , und deswegen haben die zwei sich so saugut verstanden. Stefan war fröhlich, hatte ein herzhaftes Lachen, konnte Auto fahren wie ein junger Gott, und nicht umsonst stellen ihn viele, von der Entwicklung her, auf eine Stufe mit einem späteren Senna oder Schumacher Er hatte eine Grundschnelligkeit, die total verblüffte, er hatte eine irrsinnige Freude am Querstehen, am Veräppeln anderer Leute, ob im oder neben dem Auto, man konnte ihn förmlich im Helm grinsen sehen. Das war überhaupt seine grösste Stärke, dass er in einer Extrem- situation, wo andere die Schweissperle auf die Stirn kriegen, noch gekichert hat. Der Typ war einfach unglaublich!

Wenn ich heute die vielen Akten durchblättere, frage ich mich, ob ich einen Knall gehabt habe, mir soviel Arbeit zu machen für einen Schnösel, der auf diplomatischem Parkett alles ruiniert hat, was man ruinieren konnte. Ich war nur dabei, Entschuldigungsbriefe zu schreiben, von Porsche bis BMW, und er hat sich totgelacht darüber, dass ich mich so aufgeregt habe. Trotzdem hat er mir so ungeheuer viel Freude gemacht."

Gerhard Berger (Auszüge aus seiner Autobiographie «Grenzbereich»): «Heute würde ich sagen, dass Stefan Bellof damals auf einem vergleichbaren Level mit Senna war. Gegen ihn hatte keiner eine Chance. Mit Stefan bin ich in Hockenheim einmal ein Gruppe-C-Rennen mit dem Brun-Porsche gefahren. Ich bin sicher, dass niemand einen Gruppe-C-Porsche so fahren konnte wie er, das war SEIN Auto, da gibt's für mich keinen Zweifel. Ich war irrsinnig überzeugt von seinem Fahrkönnen, dem ist alles so leicht von der Hand gegangen. Ich habe zwar kleine Parallelen gesehen zu mir, aber Bellof war damals viel weiter als ich, ein Gigant. Ich habe ihn nur kurz gekannt, aber Stefan Bellof war einer, der mir richtig imponiert hat.»

Klaus Bischof (war Bellofs Renningenieur bei Porsche): «Ich hatte zu ihm fast wie ein Bruder-Verhältnis. Er war nach Bernd Rosemeyer das deutsche Talent schlechthin, der in jedem Auto schnell sein konnte, der charakterlich auch so toll war, dass er es mit Kindern, Omas und allen gut konnte. Er war grundehrlich und hat nie sein Gefühle verborgen. Stefan war, was man einen idealen Rennfahrer bezeichnet: Er konnte exakte Angaben machen, was mit einem Auto los war, er war einfach ein Riesentalent, hat das aber nie besonders herausgestellt. Er hat alle Leute mitgerissen, und alle waren glücklich dass er da war. Und bei allem er ganz normal geblieben. Man sieht ja, was jetzt der Schumacher bewegt. Ich behaupte, das hätten wir alles schon hinter uns, bloss viel schöner»
 

Hans-Joachim Stuck (fuhr mit Bellof 1984 bei Brun-Porsche): «Als Bellof kam, war ich praktisch schon in der Versenkung verschwunden. Für mich war der Stefan damals ein toller Parameter, an dem ich mich habe hoch- ziehen und messen können, und weil ich ihm manchmal Paroli bieten konnte, schaffte ich den Sprung ins Porsche- Werksteam. Er war ein aufrechter Bursch, ein fairer und angenehmer Teamkollege, der auch jederzeit für einen Spass zu haben war. Ich stelle ihn ganz nahe zum Berger - einer, der den Speed in den Knochen hat. Stefan war seinerzeit der totale Siegertyp. Wenn ihn nicht das Schicksal ereilt hätte, wäre er sicher seit vielen Jahren sehr erfolgreich in der Formel 1

Martin Brundle (Teamkollege  von Bellof und  M. Schumacher. Auszug aus einem Interview): Bis  jetzt war Stefan Bellof für Martin Brundle “das schnellste Wesen, das ich je in einem Rennauto erlebt habe”.

Norbert Singer (Porsche-Ingenieur): Von den zahlreichen Werkspiloten beeindruckten ihn besonders die unvergessenen Bob Wollek und Stefan Bellof. "Bob war ein zäher Arbeiter am Auto, Stefan ein begnadetes Fahrtalent vom anderen Stern".

Peter Falk (Porsche-Rennleiter): ”Stefan ist das größte Talent, das wir seit Siffert haben.”

Dieter Quester: Eines der größten Fahrtalente, das mir in meiner 30jährigen Laufbahn untergekommen ist, war Stefan Bellof. Wir sind die 24 Stunden am Nürburgring zusammen gefahren - in einem schlecht vorbereiteten BMW 320 eines privaten Teams. Bellof hatte alles im Griff. Ein Spaßvogel mit einem kindlichen Micky-Maus-Gemüt, der lachen konnte wie kein anderer.

Einmal bin ich mit ihm bei "Dalli-Dalli" aufgetreten. Daß diesem Bellof etwas zustoßen könnte, hätte ich nie gedacht. Bei allen Risiken, die er einging, war er für mich kugelsicher. Er starb im Duell mit Jacky Ickx in einem Porsche, in der berüchtigten Senke von Spa.

                                                                                                   Aus “Wie komm ich bloß vom Rennsport los”

 Willy Maurer (Teamchef in der Formel 2 von Stefan): Wir haben damals die Geburtsstunde eines grandiosen Ausnahmetalents erlebt. Stefans Tod 1985 in Spa war das deprimierendste Ereignis meines Lebens. Danach wollte ich nichts mehr vom Motorsport wissen. Bis heute habe ich kein Rennen mehr besucht.

Quelle: MSa 22/2004

Walter Brun (Teamchef Brun-Porsche 956): “Stefan war ein toller Kerl, im Sportwagen war er der Schnellste und nur von der Technik zu stoppen.”

Quelle: RR 85